ETF – Wie bildet ein ETF den Index nach?

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Willkommen beim zweiten Teil unserer ETF Reihe. Heute geht es um die Nachbildung des Index eines ETFs.

Dabei gibt es zwei Varianten der Nachbildung, die volle und die synthetische Replikation.

Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise der vollen Replikation

Die volle Replikation bedeutet, dass der Fond tatsächlich alle Wertpapiere des Index besitzt, beim DAX wären das also 30 verschiedene Aktien. Zusätzlich sind die Wertpapiere auch von der Gewichtung identisch mit dem abzubildenden Index.

Da die Indizes sich in regelmäßigen Abständen ändern, durch Neuaufnahme von Aktien oder verlassen eines Index. Vollzieht ein ETF diese Bewegungen mit, indem es die betroffen Aktien zukauft oder verkauft. Beim DAX wird jedes Quartal die Zusammensetzung überprüft, aus diesem Grund sind bis zu 4 Änderungen im Jahr maximal möglich.

Nachteil der vollen Replikation

Der größte Nachteil sind die Kosten, die bei Transaktionen entstehen. Vor allem bei breit gestreuten Indices mit einer Vielzahl an Aktientiteln, wie zum Beispiel der MSCI World Index mit mehr als 1600 Einzelaktien. Bei so einem großen Index müssen ETFs häufig Änderungen vornehmen und Aktien verkaufen und zukaufen, dies spiegelt sich in höheren Gebühren wider.

Funktionsweise der synthetischen Replikation

Die Nachteile einer vollen Replikation, soll die synthetische Replikation vermeiden. Da die synthetische Replikation eine künstliche Nachbildung ist. Dabei wird ein Index nachgebildet, ohne die Aktien tatsächlich zu besitzen. 

Ein synthetischer ETF kann, als Beispiel den DAX nachbilden, ohne eine einzige Aktie zu besitzen. Er kann stattdessen komplett aus US-amerikanischen Aktien bestehen. Wie schafft er dann den deutschen Leitindex nachzubilden, wenn er aus US Aktien besteht?

Der ETF schließt mit einer Bank eine Vereinbarung ab. Bei dieser Vereinbarung garantiert die Bank dem Fond zu jeder Zeit die Abbildung des Index und erhält dafür die Wertentwicklung der US Aktien, den der Fond tatsächlich besitzt. Diese Vereinbarung wird „Swap“ genannt, also ein Tausch.

Vor- und Nachtteil

Vorteil

Durch dieses Verfahren sollen die Kosten der Indexabbildung gesenkt werden.

Nachteil

Es ist ein kompliziertes Verfahren und nur schwer Verständlich für Anleger. Zudem kann der Swappartner zahlungsunfähig werden, wobei dann ein Teil des Fondsvermögens verloren geht. Rechtlich sind maximal 10 % des Fondsvermögens zulässig.

Fondsgesellschaften versuchen durch weitere Vereinbarungen, das Risiko zu begrenzen durch hinterlegte Sicherheiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Anleger durch den Einsatz von Swaps Nachteile erhalten ist dadurch relativ gering und oft zu vernachlässigen. Wer auf Swaps verzichten möchte sollte daher auf die synthetische Nachbildung verzichten.

Bemerkungen