Warren Buffett – Unternehmenssuche

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Im zweiten Teil gehe ich auf die Unternehmen ein, die Warren steinreich machten.

Um zu verstehen, wie Warren auf seine aktuelle Strategie kam, gehen wir in der Geschichte zurück zum Beginn des Value Investing.

Benjamin Graham ist beim großen Börsencrash 1929 aufgefallen, dass die Spekulanten sich bei Ihrer Analyse nicht für langfristige Geschäftsberichte interessierten. Sie waren auf schnelle Gewinne durch Kursanstiege aus.

Diese Spekulanten trieben die Kurse in Ihrem Rausch in Höhen, die das Unternehmen gar nicht erwirtschaften konnte. Dieselben Spekulanten druckten den Kurs auch auf irrwitzige Tiefs, in dem Benjamin eine einmalige Chance gesehen hat Geld zu verdienen.

Die Überlegung war, dass der Markt irgendwann seinen Fehler einsehen muss und den Kurs auf den inneren Wert des Unternehmens anpassen würde.

Dabei hatte er noch andere Maßstäbe für seine Investitionen, wie zum Beispiel, das Aktien verkauft werden sollten wenn Sie um 50 % gestiegen sind. Sollte die Aktie in 2 Jahren nicht gestiegen sein, verkaufte er sie auf jeden Fall. 

Optimierung der Strategie

Warren fiel auf, dass die Maßstäbe willkürlich gewählt worden waren. So sind manche unterbewertete Unternehmen bankrott gegangen. Unternehmen die nach einem 50 % Anstieg verkauft worden sind, sind die Jahre weiterhin gestiegen, was die Performance erheblich schmälerte.

Er begann daraufhin, die Geschäftsberichte zu untersuchen um herauszufinden, was diese Unternehmen zu langfristigen Investitionen machte.

Dabei fiel auf, dass diese Unternehmen in Ihrer Branche einen Wettbewerbsvorteil hatten, die zu einer Monopol-ähnlichen Situation führte. Sie konnten also entweder mehr Geld für Ihre Produkte verlangen oder mehr Produkte verkaufen, als Ihre Konkurrenz. Dieser Burggraben um die Unternehmen führte zu jährlich steigenden Unternehmenswert, sodass es sinnvoll ist, das Unternehmen so lange wie möglich zu halten, um den Wettbewerbsvorteil auszunutzen.

Wo mit der Suche beginnen?

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Solche Unternehmen besitzen ein Geschäftsmodell, bei dem Sie ein einmaliges Produkt anbieten oder eine einmalige Dienstleistung anbieten. Manche verkaufen ein Produkt oder Dienstleistung, welches die Menschheit immer braucht.

Einmaliges Produkt

Verkauf eines einmaligen Produktes, da kommen Unternehmen wie Coca Cola, Wrigley, Procter & Gamble und Philip Morris einem in den Sinn. Diese Hersteller haben Ihre Produkte in den Köpfen der Menschen eingepflanzt.

Wer ein Kaugummi möchte, denkt an Wrigley. Jeder Raucher kennt Philip Morris. An einem heißen Tag ein kühles Getränk trinken, da fällt den meisten Coca Cola ein.

Einmalige Dienstleistung

Verkauf einer einmaligen Dienstleistung, da kommen Unternehmen wie American Express oder H&R Block.

H&R Block ist in den USA der Inbegriff für die Steuererklärung, dabei denkt man an die Institution und nicht den Sachbearbeiter bei dem Unternehmen. Sollte ein Unternehmen abhängig von Ihren Mitarbeitern bei der Dienstleistung sein, können diese Mitarbeiter einen großen Teil des Gewinns einfordern und werden den auch bekommen. Dadurch bleibt ein kleinerer Kuchen für die Aktionäre und man wird nicht reich, wenn man den kleineren Kuchen bekommt. Daher sollte das Unternehmen im Vordergrund stehen und nicht ein Manager oder Sachbearbeiter.

Verkauf einmaliger Produkte und Dienstleistung

Da kommt mir gleich Walmart in den Kopf, Sie haben die hohe Gewinnmarge zugunsten der Masse aufgegeben. Die Masse an verkaufter Ware hat den Margenverlust mehr als wettgemacht und das Unternehmen zum größten Einzelhändler der Welt befördert.

Genau solche Unternehmen sind es die Warren reich machten, Sie verkaufen ein einzigartiges Produkt oder eine Dienstleistung die jeder braucht. Dann kann man jedes Jahr aufs neue kassieren.

Beständigkeit - der Weg zum Reichtum

Coca Cola verkauft seit über 100 Jahren dasselbe Produkt, durch die Beständigkeit dieses Produktes steigt der Gewinn des Unternehmens beständig weiter.

Das Unternehmen hat es nicht nötig Milliarden für Forschung und Entwicklung auszugeben, es braucht auch seine Fabrikhallen nicht ständig umzurüsten, damit ein neues Modell produziert werden kann. Dadurch stapelt sich das Geld und es ist nicht nötig Schulden zu machen. Im Gegenteil es kann mit seinem Geld die betriebliche Aktivität ausweiten, Aktien zurückkaufen oder eine hohe Dividende zahlen, was die Aktionäre wiederum reicher macht. 

Daher ist es ein wichtiger Punkt bei Unternehmen darauf zu achten, ob die Zahlen beständig sind. Hat es beständig wenig oder keine Schulden? Hat es beständig eine hohe Marge? Werden beständig keine hohen Beträge in die Forschung gesteckt?

Die Beständigkeit zeigt dabei den dauerhaften Wettbewerbsvorteil an. Die Zahlen sind in den Geschäftsberichten zu finden und man sollte die letzten 10 Jahre dabei betrachten, um einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil zu erkennen.

Ein Geschäftsbericht besteht aus dre Teilen.

1. Gewinn- und Verlustrechnung

Dort finden wir, wie viel ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum Geld verdient hat. 

Man erkennt anhand der Gewinn- und Verlustrechnung unter anderen die Marge eines Unternehmens, die Eigenkapitalrendite und vor allem die Beständigkeit der Gewinne. Dadurch ist zu sehen, ob die Gewinne mit der Zeit sinken oder steigen.

2. Bilanz

Hier sieht man wie viel Schulden ein Unternehmen hat und wie viel Geld auf er hohe Kanten liegen. Zieht man die Schulden vom Barbestand abzieht, erhält man das Vermögen eines Unternehmens.

Warren achtet hierbei besonders auf die Bargeldmenge und die langfristige Schulden.

3. Cashflow Rechnung

Sie gibt die Mittel an, die in ein Unternehmen hinein oder hinausfließen. Man kann an Ihr sehen, wie viel Geld in Investitionen gesteckt werden. Zudem sind Aktienrückkäufe erkennbar.

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